Porta Nigra

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Trier. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Ich habe sie zwei Mal besucht, je ein Mal im August und im November. Der Jahreszeit entsprechend, zeigte sich diese ehemalige antike Metropole jedes  Mal anders. Im August ging ich vom Bahnhof kommend, zuerst zum Porta Nigra – das „Schwarze Tor“!

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Das „Schwarze Tor“ macht seinem Namen alle Ehre! Dunkel und kalt steht es, wie ein Fingerzeig der Geschichte da. Es hat tausende von Jahren überdauert, wurde oft einer anderen Nutzung zugeführt – diente sogar als  Steinbruch – und es steht immer noch!

Porta Nigra hat den Ruf das „besterhaltenste Tor“ nördlich der Alpen zu sein. Der Name „Schwarzes Tor“ stammt nicht aus der Antike, denn in der römischen Zeit erhielten die Tore die Bezeichnungen nach dem Ort, zu dem die Straße führte, die durch das jeweilige Tor lief. Das Gebäude hieß eventuell  „Koblenzer Tor“ oder „Mainzer Tor“. Die obige Ansicht zeigt das Tor von der Stadtseite aus gesehen.

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Stadt Modell mit und in Porta Nigra

Porta Nigra ist das Nordtor der Stadt. Die Stadt, Augusta Treverum, wurde nach dem belgischen und batavischen Aufstand ab 69/70 n. Chr. ausgebaut und erweitert.
In etwa der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. errichtete man die 6418 m lange Stadtmauer. Sichtbarster Ausdruck davon ist Porta Nigra .

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Stadt Modell mit Porta Nigra; Rheinisches Landesmuseum Trier

Die Datierung der Erweiterung des Stadtgebietes um ca. 285 ha ergibt sich aus der Tatsache, dass ein am Nordausgang der Stadt gelegener Friedhof – teilweise sogar unter Porta Nigra gelegen – weiter nach Norden verlegt wurde. Das Mittlere Tor, Porta Media, Fundamentreste davon waren noch vorhanden, war das Gegenstück von Porta Nigra und soll sich im Süden der Stadt befunden haben. Von der Römerbrücke aus gab es wahrscheinlich einen besonders gut gestalteten Zugang zur Stadt. Das Tor Portra Inclyta – „Berühmtes Tor“ fiel wie das Porta Alba – „Weisses Tor“ dem Steinabbruch zum Opfer, es lag im Ostteil der Stadt. Neuere Forschungen bezweifeln das jedoch.

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Stadt Modell mit Porta Nigra; Rheinisches Landesmuseum Trier

Das am Rande der Stadt gelegene Amphitheater ist in die Stadtmauer mit einbezogen und öffnet auch dadurch im Norden des Theaters einen Zugang zur Stadt.

Zwei vierstöckige Türme, ca. 16 m voneinander entfernt, zur Stadt hin gerade abgeschlossen, verbinden einen durch zwei Wände begrenzten Innenhof. Darin befinden sich zwei Tore und in den darüberliegenden Geschossen, kann man durch Verbindungs- und Wehrgänge von Turm zu Turm laufen. Dem westlichen Turm fehlt das oberste Geschoss, ob es das früher gab ist fraglich. Wie später auch in mittelalterlichen Festungen, waren in die äußeren Tore Vorrichtungen für Fallgatter eingelassen. Auf der anderen Seite der Tore gab es Torflügel in Angeln. Sollte es dem Feind gelingen, das Fallgitter zu durchbrechen, hätte ihn ein Geschoßhagel und Pech im Innenhof erwartet, denn die Torflügel wären geschlossen gewesen. Leider wurde der Bau des Tores nie vollendet.

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Es ist wahrscheinlich, dass die Bauzeit ca. 7,25 Jahre mit ungefähr 250 Arbeitstagen betrug. Man arbeitete zügig und verwendete neuwertige Baustoffe, denn es war zu dieser Zeit keine kriegerische Bedrohung zu erkennen.

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Modell Porta Nigra als Kirche; Rheinisches Landesmuseum Trier

Die römische Macht konnte sich nicht halten und die Stadtmauer wurde bedeutungs- und nutzlos. Die Einwohner von Trier begannen sie als Steinbruch zu nutzen. Auch Porta Nigra wurde rückgebaut, das dritte Obergeschoss war schon nicht mehr vorhanden. Der Abbruch des Zweiten war schon im Gange, als ein Gesandter des Sinai-Klosters, Simeon,  am Ende des Jahres 1027 nach Trier kam. Simeon war ein Sohn eines oströmischen Militärangehörigen. Er wollte auf Anraten des Erzbischofs Poppo von Babenberg, in Trier als Eremit leben und so bezog er im Ostturm, am Andreastag, dem 30.Nov. 1030, eine cellula. Leider starb er bereits am 1.Juni 1035. Seinem letzten Wunsch entsprechend, bestattete man ihn in seiner Klause.

Simeon wurde auf Betreiben des Bischofs in Rom heilig gesprochen und im Jahre 1042 errichteten die Trierer einen Altar in dem Torgebäude, das jetzt Pilgerkirche war.
Den Erzbischof begrub man ebenfalls nach seinen Willen beim Grab des Heiligen.
Der Umbau des Tores in eine Kirche, eine zweigeschossige Anlage, bot sich an.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Die Umfunktionierung des Tores in eine heilige Stätte, hat es jedoch vor seinem Niedergang bewahrt.
Heute ist Porta Nigra das Wahrzeichen von Trier! Auf einem Flyer im Stadtmuseum las ich den Slogan: „Jedes historischen Gebäude ist ein Lesezeichen der Geschichte!“ Als ich mich umsah, sah ich genau dieses Bild und ich dachte mir: „Ja, das stimmt!“
 
Ich möchte Sie einladen, mehr solcher Lesezeichen zu entdecken! Nehmen wir uns die Zeit dazu!
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Porta Nigra – ein Fingerzeig der Geschichte
Text und Fotos: ©Heidi Göritz   
Literatur:

Bauer, R.: Trier, Rom des Nordens, Trier 2015.

Clemens, G. u. L.: Geschichte der Stadt Trier, München 2007

Cüppers, H. (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz, Mit Beitr. v. Bernharrd, H. …, Stuttgart 1990.

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz(Hrsg.): Goethert, K., Weber, W.: Römerbauten in Trier. Führungsheft 20. Edition Burgen Schlösser Altertümer, 2. Aufl. Regensburg 2010.

Heinen, H.: Trier und das Trevererland in römischer Zeit, Trier 1997

Krencker, D.: Das römische Trier, Berlin 1923.

 

 

 

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